Psychologie

„Wenn wir das Glück feiern,
feiern wir das Leben“

Ganesha
Gefühle sind Botschaften – unser Zugang zum Leben. Sie schlagen die Brücke zur Gegenwart, indem sie uns – ganz ohne Worte – sagen, ob wir gerade auf dem richtigen Weg sind oder mal abbiegen sollten.

Angenehme Gefühle enthalten immer die Botschaft, dass im Moment alles in Ordnung ist. Sie geben uns die Energie und die Freiheit, uns zu entfalten.

Unangenehme Gefühle können überaus wertvoll, geradezu lebensfördernd auf uns wirken. Weil sie uns klipp und klar zu verstehen geben, dass es so ist, wie es ist, nicht bleiben kann.
Deren Botschaft lautet: Veränderungen sind jetzt (über-)lebenswichtig! Nur lieben wir es diese Art der Gefühle zu verdrängen. Und oftmals verschwinden diese unangenehmen Gefühle dann auch für eine gewisse Zeit. Jedoch versteckt es sich meist bloß, um Kraft zu sammeln und später stärker zurückzukehren. Ein Gefühl wird erst in seiner steten Wiederholung schwierig, nach dem Motto: steter Tropfen höhlt den Stein.

Von welchen Gefühlen reden wir hier überhaupt?
Es gibt sechs Grundgefühle – welche wir auf körperlicher Ebene auch wahrnehmen können: Liebe, Glück, Wut, Trauer, Eifersucht, (existenzielle) Angst.

Wir können bis zu 70% unserer Lebensenergie durch schwierige Gefühle verlieren – weil sie uns überfordern, uns zusetzen, stressen (Prof.Dr. Albrecht Hempel).

Sind Gefühle Zufall – oder Schicksal?
Gefühle werden in unserer Kindheit, von unserem Zuhause – unserer Umwelt/Umfeld, geprägt und folgen gewissen Gesetzen. Und je mehr wir einen Sachverhalt, der mit unangenehmen Gefühlen verbunden ist, versuchen zu bekämpfen, desto weniger können wir diesen Gefühlen entkommen und desto fester verketten wir uns mit ihnen.

Und wie werden wir sie los?
Jedes Grundgefühl hat ein Gegenstück. Innere Bilder können dabei sehr hilfreich sein. Diese können wir selbst wandeln, und auch weiterentwickeln. Dieses Gefühl „erziehen“, es zurück zu verwandeln. Der erste Schritt verlangt von uns ein Akzeptieren dieses Gefühls.
Nach dem Motto: wir haben dieses Gefühls-Baby ja auch mal auf die Welt (wenn auch oftmals unfreiwillig!) gebracht und dafür gesorgt, dass es gut genährt wird.
Und jetzt gilt es dieses unangenehme Gefühl wieder loszuwerden.
Indem ich es erstmals „akzeptiere und respektiere“. Es will mir damit ja auch was sagen.
Verdrängen ist – wie wir nun auch wissen – der schlechteste Weg.
Indem ich mich diesem Gefühl widme, erkenne ich vielleicht dessen Ursprung:
Frau Maria Sanchez schreibt in ihrem Buch (die revolutionäre Kraft des Fühlens) über die Urwunde. Wir werden als Kinder von unserem engen Umfeld nicht mit all unseren Persönlichkeitsseiten willkommen geheißen. Dadurch entsteht eine tiefe emotionale Verletzung: die Urwunde. Die durch den Verlust unserer Ganzheit entstandene Urwunde legt bereits den Grundstein für Leiden, wie z.B. Wut/Trauer/(existenzielle) Angst etc.
Kommen im Lauf des Lebens weitere Verwundungen oder Traumata hinzu, potenziert sich die Leidensdynamik entsprechend.

Um sich selbst weinen dürfen
Solange wir uns dem versteckten Wirken unseres psychologischen Überlebensmodus nicht zuwenden, werden uns unsere wiederkehrenden Symptome daran erinnern, dass wir innerliche Verwundete sind. Als Kinder mussten wir uns unserem Umfeld anpassen (biografisches Schutzprogramm). Aber heute als Erwachsene können und dürfen wir heilen. Wir dürfen endlich leben und uns diesen Gefühlen widmen, darüber reden und müssen nicht mehr länger nur überleben!

Lösung:
Aufbau der ICH-Identität
Eine intensive Erkundung deiner selbst,
könnte die wertvollste Reise deines Lebens werden

Jeder Mensch (Kind) braucht die Erfahrung, dass es mit seinem ganzen Wesen seinen Platz in der Welt hat. Was wir brauchen, ist ein Umdenken. Eine neue Begegnung mit uns selbst.
Wir könnten sagen: Zurück zum Original, und Verlassen der Kopie (die wir irgendwann mal geworden sind).

Kurt Marti, Schweizer Schriftsteller schrieb diese humorvollen Zeilen:
„Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge,
um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge“.

 

Laden wir unsere emotionale Intimität ein, wieder zu uns nachhause zu finden.
Stoppen wir die Versuche einer inneren Amputation. Hören wir auf, jemand sein zu wollen, der wir nicht sind. Unsere Sehnsucht nach Leben ist in diesen schwierigen Zeiten grösser denn je und berechtigt! Der im 13. Jahrhundert lebende persische Dichter und Sufi Meister Rumi sagt:

„Das, wonach du dich sehnst, sehnt sich auch nach dir“.